Vampire im Medallienfieber

Quelle: http://www.morgenweb.de/

Mannheim. Schon im Kostüm für den nächtlichen Auftritt im "Ball der Vampire" nahmen Frederic Zabel und Gisa Helmig am Samstagabend die Silbermedaille bei den deutschen Tanzschulmeisterschaften in der Kategorie Meisterreihe Sport entgegen. Auch zuvor hatte das Paar aus dem sächsischen Freital keine Verschnaufpause, liefen doch die Vorrunden der DAT-DM und des Wettbewerbs für Show-Formationen parallel.

An den beiden anderen Tagen der 2. m)))motion International Dance Masters im Mannheimer Kongresszentrum Rosengarten ging es für sie nicht ganz so hektisch zu, sie tanzten "nur" jeweils ein Turnier. Sozusagen zum Aufwärmen erreichten sie im russisch-ukrainisch dominierten Latein-Feld der IDSA-Weltmeisterschaften Rang 18. Hatten sie an den ersten zwei Wettkampftagen das Lateintanzen vorgezogen, kämpften sie gestern in der Standardformation "Magic Moments" der Tanzschule Richter um den nationalen Titel.

4000 Tänzer am Start

Als so vielseitig-begeisterte Tänzer sind Zabel und Helmig Prototypen für das noch junge Festival. "Spaß und Freude am Tanzen in seinen vielen Facetten - das ist unser Anliegen", sah Projektleiter Stefan Ossenkop vom Mannheimer Ausrichter m:con mit großer ZufRiedenheit, dass diese Hauptmotivation ankam. "Wir haben überall Steigerungsraten, allein die 137 Teams bei den deutschen Meisterschaften im Videoclip-Dancing machen mit fast 1400 Startern einen Großteil der über 4000 Teilnehmer aus", war er einfach nur "rundum zufRieden". Vor allem, weil das auf drei Tage ausgeweitete Festival wegen der größeren zeitlichen Spielräume entspannter ablief als die Premiere. So hatten nicht nur die Zuschauer, sondern auch die Aktiven selbst immer wieder Gelegenheit, über den eigenen Tellerrand zu blicken. Und da gab es jede Menge zu entdecken. Videoclip-Dancer "klauten" bei den Hip-Hoppern und umgekehrt; beide wiederum nutzten bei Latein, Standard, Salsa und Discofox die Möglichkeit zur Weiterbildung. Was sich - schon als Ergebnis des Vorjahres - in einem belebenden Stilmix ihrer Choreografien auswirkte.

"Wir möchten möglichst viele Tanzsportsparten abdecken", lautet das gemeinsame Credo des Mannheimer Ausrichters und des Veranstalters Bund Deutscher Tanzlehrer (BDT) mit seiner Sportorganisation Deutsches Turnieramt (DAT). Anfragen für die Zukunft gibt es von Rock'n'Roll und Boogie Woogie, kurzfristig wurde auf Wunsch der Hip-Hopper noch ein Jumpstyle-Battle ins Programm aufgenommen.

Neben den obligatorischen fünf verschiedenen DAT-Meisterschaften mit 350 Paaren in den Sport- und Hobbyklassen hatten erstmals auch Show-Formationen die Möglichkeit, sich zu messen. Weil eine solche Bewertung auch Geschmackssache ist, suchte eine Jury aus neun Bewerbern die fünf Finalisten aus. Den Sieger bestimmte dann das Publikum.

Dabei spielte wohl auch die Zahl der anwesenden Fans eine Rolle. Nur so ist es zu erklären, dass mit "Grease" (Tanzschule Konenberger, Walldorf) die - wenn auch stilecht kostümierte - Gruppe mit der geringsten Bewegungsintensität gewann. Knapp dahinter landete auf Platz zwei die ausgefeilte Choreografie "Ball der Vampire" (TS Richter, Freital) vor den "Pirates of Dance aus Grünstadt (TS Dauth).